Das Modell wendet sich ab und verlässt den Raum. Sie diente als Attraktion für eine Aussage, die – wie nun auch – als Textur über ihren Körper gelegt und zu einem ästhetisch funktionalen, aber inhaltlich konträr konzipierten Bestandteil ihrer Epiphanie in der präsentierten Arbeit wurde. Das kommerziell orientierte, dabei die intellektuelle Profilierung reflektierende Kalkül der Motivwahl und Umsetzung wurde detailliert offengelegt. Es zielte auf eine fundamentale Kritik am Kunstbetrieb und entsprechend an dem sozio-politischen Zustand unserer Gesellschaft. Der formalen visuellen Einheit stand die inhaltliche Dekonstruktion gegenüber. Doch nur der sinnliche Moment blieb im kollektiven Gedächtnis präsent. Wurde die Aussage, sofern sie gelesen wurde, sogar nicht als Kritik, sondern als pointierte Beschreibung eines selbstverständlichen kreativen Impetus verstanden? War sie ohnehin nie wirklich als Kritik gedacht, sondern tatsächlich blosses stra tegisches Prinzip? Die Kunst muss sich in der medialisierten neoliberalen Gegenwart weiter prostituieren, dem kapital hinterherhechelnd als Dekor und kulturelle Selbstbestätigung der globalen Monopolisten fungieren. dies ist folgerichtig auch hier der Fall. die kalkulierte Reizwirkung steigert womöglich noch die Sehnsüchte nach dem Unsichtbaren.