Den ersten sukzessiv ablesbaren Reiz stellt das Porträt einer jungen Frau dar, deren Attraktivität keine vordergründigen Klischees bedient, also auch reflektierte und gebildete Persönlichkeiten, unabhängig von Alter und Geschlecht anzusprechen vermag. Die Zielsetzung dieser Motivwahl ist eindeutig: Sie bildet die Basis für ein bildkünstlerisches Projekt, das ebenso für den Markt wie den Diskurs geeignet sein soll. Es wurde ein Format gewählt, das in seiner Dimension noch für den privaten Raum adäquat ist, aber auch im musealen Kontext über Präsenz verfügt. Diese wird explizit durch das Prinzip der Rückbeleuchtung gesteigert, die dem Werk eine luzide Aura verleiht. Die Technik des digitalen Druckverfahrens ist aktuell, es wurden nur zeitgemässe, synthetische Industrieprodukte verwendet. In einer Phase der tendenziellen intellektuellen Überfrachtung der bildenden Kunst, die auf nahezu jeglichen individuellen Duktus verzichtet und dokumentarische Konzepte über den ästhetischen Charakter erhebt sowie der inflationären oberflächlichen Bilderflut der Massenmedien, bedient dieses Werk die daraus resultierenden Defizite gleichermassen: Evidente Sinnlichkeit, künstlerische Intention und der Ansatz der Rezeption sind Bestandteil der visuellen Umsetzung.